typisch Italien… oder nicht?

29.03.2023 | Europa, Italien | 0 Kommentare

Simsalabim – da bin ich wieder 🙂

Seit heute sind wir in Italien angekommen. Und direkt hat sich ein Vorurteil gegen Italiener bewahrheitet 🫣

Beppe Severgnini, ehemaliger Korrespondent von The Economist, gibt in seinem Buch Auskunft La Bella Figura: Ein Feldführer für den italienischen Geist, ein kleiner Einblick, wie und warum Italiener im Straßenverkehr eigene Wege gehen:

„Wenn Italiener eine Ampel sehen, erhält ihr Gehirn keine Warnung (Rot! Stopp! Nicht weiterfahren!). Stattdessen sehen sie einen Anreiz. Okay, es ist rot. Was für ein Rot? Ein Rot für Fußgänger? Aber es ist sieben Uhr morgens. So früh kann es keine Fußgänger geben. Das heißt, es ist „verhandelbar“ rot. Nicht wirklich rot. Wir können also einfach weiterfahren. Oder ist es an einer Kreuzung rot? Aber was ist das für eine Kreuzung? Sie können die Kreuzung gut sehen und die Straße ist leer. Rot kann es also nicht sein. Es ist ein „fast“ Rot. Ein „relatives“ Rot. Was machen wir? Wir denken einen Moment darüber nach und dann gehen wir … Seien Sie sich bewusst, dass diese Entscheidungen nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Sie sind einfach das Ergebnis eines logischen Prozesses, der immer genau abläuft. Wenn dieser heikle Prozess fehlschlägt, ist es Zeit, einen Krankenwagen zu rufen.“

Heute auf dem Weg von Locarno nach Stresa war es direkt soweit:
mein erster (und hoffentlich letzter?!) Autounfall in Italien.

So viel vorweg: es ist lediglich ein leichter Blechschaden – es wurde niemand verletzt 🫣

Das Spektakel war schnell und  ist in wenigen Worten beschrieben: In einem kleinen Dorf kam ein Auto von einer kleinen Seitenstraße von rechts. Da hab ich schon gesehen, dass es recht nah an die Begrenzung fährt.. als ich gefühlt halb an ihm vorbei gefahren bin war es soweit: ich hab ein Rumpeln gehört.

Natürlich hab ich sofort angehalten und bin ausgestiegen – hab dabei aber nichts auffälliges gesehen. Vielleicht war das noch der Schock in dem Moment?
Also: wieder zurück ins Auto und weitergefahren. Personalien Austausch – hat nicht stattgefunden.

Der Italiener schien allerdings auch unter Schock – und hat seine Wagentür fast in die Seite von dem Camper meiner Eltern geschlagen, die direkt hinter mir gefahren sind…

Nach 50km sind wir dann endlich bei Stresa angekommen und haben es uns hier auf einem schönen Platz gemütlich gemacht. Und dann hab ich es gesehen.. der schwarze Streifen von der Schiebetür bis zum Hinterrad…

Doch Glück im Unglück – wie es aussieht, handelt es sich nur um Abrieb der Kunststoffverkleidung. Mit etwas Geduld sollte sich das alles morgen mit einem Schwamm entfernen lassen. Dann wird nur eine leichte, steifenförmige, Delle zurückbleiben. 

 

Die letzten zwei Tage hatten wir Glück mit dem Wetter. Auf dem „Tacho“ wurden nur bis 18°C angezeigt, gefühlt ist es allerdings wesentlich wärmer. T-Shirt & kurze Hose sind aktuell kein Problem 🙂

Die Bilder aus der Galerie stammen zum Teil noch aus Locarno. Die letzten beiden sind der neue Stellplatz in Italien – ein kleiner Camping Platz in der Einflugschneise des Flughafen Mailand-Malpensa, auf dem derzeit nur noch drei weitere Camper stehen. Mal schauen, wie sich das die kommenden Tage ändern wird – bis kommenden Montag werden wir hier verweilen.

 

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