Vorbereitungen & Schwierigkeiten

23.02.2023 | Deutschland, Europa | 2 Kommentare

Es gab im Vorfeld aber auch noch jetzt ein paar Herausforderungen, die einiges an Geduld abverlangt haben.

Zuallererst war da die KFZ-Versicherungssuche für unseren Mercedes Sprinter. Ich muss ehrlich sagen, dass ich an der Stelle nicht mit so großem Widerstand gerechnet hatte.
Nach einer kurzen Recherche hatte ich gesehen, dass es nach §46 Abs. 2 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) möglich ist auch ohne Wohnsitz in Deutschland ein KFZ zuzulassen. Meine bisherige Versicherung weigert sich aber vehement, Olaf weiterhin zu versichern, wenn wir uns > 180 Tage / Jahr nicht in Deutschland aufhalten.
Nach zahlreichen Telefonaten und E-Mails mit unterschiedlichsten Versicherungen, die mich mehrere Tage gekostet hatten, war die Enttäuschung erstmal recht hoch. Alle hatten die gleiche Argumentation – wenn sie nicht schon am Punkt „kein Wohnsitz in Deutschland“ auf stur geschaltet hatten.
Durch ein YouTube Video habe ich es dann aber geschafft, einen Makler zu finden, der sich öfters mit VanLife Problematiken auseinander setzt und ohne Umschweife direkt eine Police rausgegeben hat. Das ist wohl auch mit seinen Vorgesetzten alles abgeklärt, da sich auch seine Kollegen darüber gewundert hatten.

Aber nicht nur der Van, sondern auch ich muss versichert sein. Krankenversicherung und Haftpflichtversicherung waren ein wichtiger Punkt auf der Checkliste. Wir wollten schließlich für alle Eventualitäten gerüstet sein, bevor wir aufbrechen. Das ist dagegen absolut kein Problem und war mit einem Telefonat geklärt.

Das Entscheiden, was mitgenommen wird und was nicht, war auch eine große Herausforderung. Ich hab uns immer wieder gefragt, ob wir wirklich all diese Dinge brauchen oder ob wir nicht doch Platz & Gewicht (und damit Sprit) sparen sollten. Minimalismus hat mich schon das gesamte letzte Jahr beschäftigt.. dadurch hatte ich von Grund auf schon recht wenig, was ich noch einpacken konnte.
Aber dennoch musste die letzten Wochen noch massiv aussortiert werden.

Ein großer Punkt ist auch: Wie kann ich als Entwickler / Agentur weiterhin arbeiten – international und das ohne Wohnsitz. Idealerweise auch noch steueroptimiert.
Ein guter Freund hat mich darauf hingewiesen, dass Estland ein Paradies für „digital Nomads“ ist. Hier kann alles 100% digital verwaltet werden, man muss das Land also nicht bereisen für Formalitäten. In meinen Augen ein massiver Vorteil zu einem Unternehmen, das zB in Deutschland beheimatet ist.
Eine Bewerbung um das „e-citizenship“ in Estland und einige Wochen später konnte ich auch die ID Karte in der Botschaft in Berlin abholen.
Das Unternehmen, das einer deutschen GmbH gleichkommt, wird Anfang März registriert. Das geht in der Regel < 24h, teils auch nur 15 Minuten – und das mit sehr geringen Gründungskosten.

Zu guter Letzt hat der Technikaufbau des Vans hat uns einige Schwierigkeiten bereitet. Der Wechselrichter und Verkabelung müssen noch getauscht werden, um für eine sichere, zuverlässige und unabhängige Stromversorgung auf unserer Reise zu sorgen.
Zwar war schon alles vorbereitet, allerdings nicht so wie ich mir das wünsche und vorstelle. Die Verkabelung ist komplett wild und ohne Dokumentation und die Komponenten sich alle nicht leicht zugänglich für die Wartung / Erweiterung.
Das Gute an der Situation ist: wenn schon alles neu aufgebaut wird, kann auch direkt optimiert / erweitert werden.
Neue Steckdosen, eine Fernsteuerung mit Display für den Wechselrichter oder auch ein neuer Anschluss für das mobile 400W Solarpanel, damit ich nicht nur über die Dach-Solarpanels Strom erzeuge aber auch wesentlich flexibler bin.
Nach etwas Suche habe ich wen gefunden, der mich dabei unterstützt und alles konform Aus-/Umbaut. Auch das war nicht so einfach. Alle anderen Handwerker / Unternehmen konnten erst ab April / Mai Termine anbieten.
Aber jetzt steht fest: Anfang März ist es dann soweit, dass wir dieses Projekt anpacken.

Das sind natürlich nicht gar alle Vorbereitungen.. aber wohl mit die wichtigsten.
Denke jetzt sind wir bereit für alles, was auf uns zukommt und freuen uns darauf, euch auf unserer Reise mitzunehmen. Bis zum nächsten Mal!

2 Kommentare

  1. Michael Doderer

    Gute Reise, wenn es dann soweit ist.

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